Breitbart News, das Offensiv-Medium der amerikanischen Rechten, hat dem Frühstücksflocken-Hersteller Kellogg’s den Krieg erklärt. Anlass war die Entscheidung des Unternehmens, keine Werbung mehr auf der rechtspopulistischen Nachrichtenseite zu schalten. Ein Unternehmenssprecher begründete den Schritt damit, dass Breitbart News nicht mit den Werten von Kellogg’s vereinbar sei.

Die Folge war eine Kriegserklärung, verbunden mit dem Boykottaufruf #DumpKelloggs an die 45 Millionen Leser. Man möchte damit gegen eine unamerikanische Entscheidung protestieren, so Breitbart Präsident und CEO Larry Solov. Nun behauptet Breitbart News, dass die Kampagne erfolg hätte und verweist auf die negativen Quartalszahlen von Kellogg’s. Tatsächlich sind die Umsatzrückgänge aber auf die Probleme im Venezuelanischen Markt zurückzuführen, wie Reuters berichtet.

Trotzdem wird eines deutlich: Unternehmen haben sichtlich Probleme den richtigen Umgangston in einer Zeit zu finden, in der die Wirtschaft zunehmend politisiert wird. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob auf Nachrichtenseiten wie Breitbart geworben werden soll oder damit die Verbreitung von Fake News befördert wird? Alle Zeichen deuten darauf hin, dass auch künftig der Kampf der politischen Lage in der amerikanischen Wirtschaft ausgetragen wird. Das beweisen die jüngsten Entwicklungen und die zahlreichen Boykottaufrufe von Trump-Gegnern und -Befürwortern.

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Bernd Roschnik

Bernd Roschnik

Redakteur bei appstretto
Nach seinem Studium der Kulturwissenschaften hat Bernd Erfahrungen im Bereich Public Affairs und Public Relations gesammelt. Seit kurzem vervollständigt er seine akademische Vita und studiert Religion und Kultur an der Humboldt Universität. Außerdem unterstützt er nach Kräften appstretto. Sein besonderes Interesse gilt der Digitalisierung von Politik und die damit verbundenen Entwicklungen.

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