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Schulz wird konkret(er)

· Louis Koch

Historischer Beitrag. Der Inhalt gibt den damaligen Stand wieder.

In einem Interview mit der Bild am Sonntag skizziert SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sein 100-Tages-Programm, solle er Kanzler werden. Damit kommt er in AnsĂ€tzen den Forderungen seiner Kritiker nach, er möge doch endlich konkret werden.

„Ich wĂŒrde zwei Sachen unmittelbar anpacken: Das klare Bekenntnis zur StĂ€rkung der EuropĂ€ischen Union und die Abschaffung einer der grĂ¶ĂŸten Ungerechtigkeiten: dass Frauen fĂŒr die gleiche Arbeit weniger verdienen als MĂ€nner“

Auch das Recht auf eine RĂŒckkehr in einen Vollzeit-Job mĂŒsse umgesetzt werden. Zweifelsohne scheint Schulz die Gleichberechtigung der Geschlechter ein sehr wichtiges Anliegen zu sein. So sicherte er zu, dass die Ministerposten der SPD im Falle seiner Kanzlerschaft zu mindestens 50 Prozent von Frauen besetzt werden wĂŒrden.

Mehr Bildung, weniger Kosten

Weitere tiefgreifende Verbesserungen verspricht Schulz in der Bildungspolitik. Neben einer Aufwertung der Ausbildungen in Pflegebereichen und eines Rechtsanspruchs auf PlĂ€tze in Ganztagsschulen peilt er eine â€žGebĂŒhrenfreiheit von der Kita bis zur UniversitĂ€t oder zum Meister“ an.

Von Steuersenkungen zur Finanzierung dieser Vorhaben hĂ€lt der Sozialdemokrat nichts. Diese brĂ€chten vielen Geringverdienern nichts, da diese fast oder gar keine Lohnsteuer zahlten. â€žDenen hilft es viel mehr, wenn KitagebĂŒhren wegfallen“, so Schulz. DafĂŒr verspricht er die Begrenzung von ManagergehĂ€ltern, sollte sich die derzeitige Koalition bis zur Wahl nicht auf einen Beschluss einigen können.

Schulz‘ Skizze einer Agenda spiegelt das wider, was er seit seiner Nominierung fĂŒr das Amt des Regierungschefs mantraartig wiederholt: Den Ruf nach sozialer Gerechtigkeit. Kritiker des ehemaligen EU-Abgeordneten dĂŒrften ob der fehlenden Angaben zur Realisierung jedoch weiterhin skeptisch bleiben; sie mĂŒssen sich noch bis Ende Juni gedulden, wenn Martin Schulz und seine SPD das gemeinsame Regierungsprogramm prĂ€sentieren werden.

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